Es ist wieder so weit:

Folge 5: Einmal So 'nen Brand

Ein herzliches Pieps von Pinky & Brain! Geradeso haben wir uns (wieder mal) vor den schrecklichen Hinterhofskatzen in unser Labor gerettet, da holt sich Pinky erst einmal eine eiskalte Apfelschorle aus dem Kühlschrank und schlürft sie mit einem von mir erfundenen Doppelsaugtrinkröhrchen zwar hastig, aber durchaus genüsslich (denn mir hat er keine mitgebracht) hinunter. Kein Wunder, bei dem Wetter! Fast 300 Grad - wenn man die Temperatur noch mit Pinky's IQ multipliziert. Sicher, die einen mögen den Sommer heißblütig herbeigesehnt haben. Endlich können sie ihre unnützen Körper in kühlem Nass erquicken, in Scharen bevölkern sie mit ihren Wassertret- und Paddelbooten sowie Luftmatratzen, Schwimmringen und Schnorcheln die Seen und feiern sich selbst! Aber es gibt auch Mitmäuse, (oder -Menschen) denen diese hohen Temperaturen einfach zuwider sind, sie hassen die brütende Hitze, welche aller Orten zu erhöhter Flüssigkeitsaufnahme zwingt.
Aber so ist er nun einmal - der Sommer. Freut sich ein dreiviertel Jahr lang darauf, wieder den (Wetter-) Ton anzugeben, um den "Staffelstab" früher oder später an den Herbst abzutreten.
Tja, ihr fragt euch natürlich, was in solchen Zeiten Pinky & Brain so treiben?! Ich denke, diese Frage könnt ihr euch selbst beantworten: Wir versuchen (nach wie vor), die Weltherrschaft an uns zu reißen!
Aber so einen Weltherrschaftsplan kann man eben nicht so einfach aus dem Hut zaubern. Der muß er- und bedacht werden. Und zwar gründlich. Bis ins letzte Detail. Ausgeklügelt, wie ein Schlachtplan. Doch zu meinem Leidwesen machte mir ein Befehlshaber aus den eigenen Reihen (um mal im Militärjargon zu bleiben) bisher immer einen Strich durch die Rechnung.
Unseren nächsten Plan wollte ich deshalb ganz anders angehen: (ich frage mich, wieso ich da noch nicht früher drauf gekommen bin) ich werde es alleine durchziehen!!
J A ! Das ist es! Allein wird mir kein Fehler unterlaufen. Nun fehlte nur noch der "Film", (eigentlich Plan) in dem Brain alle Positionen (vom Drehbuchautor bis zum Regisseur) besetzen und somit für einen garantiertes Gelingen sorgen sollte. Hm. Sommer, Hitze, durstige (und vor allem zahlungswillige) Menschen an allen Stränden des Landes und sonstwo ... Da muß doch was gehen!? Mit einem Stirnrunzeln und einem nachdenklichen Blick auf die sich vor unserem Labor um einen Rasensprenger vergnügenden Kinder wurde mir klar: ein Getränk muß her! Eines, was vergeblich nach einem Gegner auf dem Markt sucht. (oder besser: suchen wird)
Diese Erfrischung mußte natürlich einen bestimmten Inhaltsstoff (und auch einen interessanten Namen -> schließlich soll das Zeug weggehen, wie warme Semmeln) haben, der alle Konsumenten zu Wachs in meinen Händen werden läßt.
Ein passender Name war schnell gefunden: Pinky Paradise - !
Mir schwebte sogar schon die Verpackung vor, in der die pinke Flüssigkeit ihren Siegeszug antreten sollte. Doch welche Zutat sollte für den benebelten Zustand sorgen, so daß alle, die das herrliche Getränk zur Erfrischung genutzt hatten, meine wehrlosen Anhänger werden würden?
Telefonisch kontaktierte ich eine Labormaus (man muß halt sehen, daß man Freunde in allen wichtigen Positionen hat) in der Mockridge-Street, (hier befand sich das größte Getränkeproduktionsunternehmen in der Stadt), von wo aus auch Pinky-Paradise [natürlich nur nachts, während alle Menschen aus den Produktionhallen in ihre Betten verschwunden waren] hergestellt und vertrieben werden sollte. Ich erinnerte mich an eine meine ersten Chemiestunden in der Mäuseschule und befahl ihm, in alle Flaschen ein wenig Hyraquotin (ein Mittel,was einschläfernd wirkt und den Betroffenen schwach und somit gefügig macht) zu mischen, um Pinky-Paradise zu einem "guten Tropfen" werden zu lassen.
Kurze Zeit später berichtete er vom erfolgreichen Anlaufen der Produktion. Ich beschloß, mir eine Kiste davon (zur Ansicht) liefern zu lassen (um es zu begutachten), bevor ich das Getränk endgültig auf den Markt losließ.
Schon kurze Zeit später meldeten sich einige verwirrte Konsumten des genialen Getränks unter der auf dem Etikett eingetragenen Telefonnummer. "Wenn ihnen übel wird, oder sie sich schwach fühlen, rufen sie die folgender Nummer an. Wir helfen ihnen gerne", stand dort. Danach war die Nummer unseres Büros (das Telefon stand von nun an nicht mehr still) angegeben. Hier gab ich den Betroffenen weise Ratschläge (meistens versprach ich, daß durch mehrmaligen Konsum und Überweisung eines geringen [wie man das halt sieht] Betrages auf ein bestimmtes Konto die "Nebenwirkungen" nachlassen würden. Und sie glaubten es mir!! (wie ein Kontoauszug und die vom Bekannten aus der Mockridge-Street verlautenden steigenden Absätze verrieten) Nun fragt man sich natürlich, wie es dann passieren konnte, daß die Weltherrschaft nicht in unseren Händen ruht? (wenn alles geklappt hätte, wäre Pinky von mir in die Sache eingeweiht worden, ... bestimmt!) Leider (so muß man es sagen) bekam ich einen schrecklich trockenen Hals und ein furchtbares Durstgefühl. (Naja, bei so vielen Anrufen kann das schon mal passieren!)
Ich tastete blindlings am Tischbein meines Schreibtisches nach einer Flasche Trinkbarem. Und wie es das Schicksal nun einmal wollte, schnappte ich mir (anstatt des Wassers) eine Flasche Pinky-Paradise (die als Anschauungsobjekt immer noch neben dem Schreibtisch stand). Als ich das pink vor meinen Augen realisierte, war es bereits zu spät. Das Zeug war sicher schon im Magen. Danach kann ich nur noch erzählen, was Pinky mir berichtet hat. Ich hätte wohl ausgesehen, wie ein Zombie, der eine Woche ohne Schlaf durch unser Labor tigerte. Dann hätte ich wohl irgendeine Nummer wählen wollen, aber jedesmal "Mist, warum ist da besetzt!" gebrüllt. Naja, es geht mir jetzt wieder einigermaßen. Nachdem ich dann erfuhr, daß eine Gesundheitsbehörde Pinky-Paradise aus dem Verkehr gezogen und sich mein "Freund" mit der Kohle auf die Malediven abgesetzt hatte, war ich am Boden zerstört. Ich schwor, beim nächsten Mal wieder Pinky als Kumpanen einzusetzen, denn auch ich hatte diesmal einen Weltherrschaftsplan versaut.
Und was soll uns diese Folge sagen? - Keine Maus ist unfehlbar! In diesem Moment meldet sich Pinky (der gerade an der letzten Flasche Apfelschorle nippt) vom Balkon und fragt: "Brain, was machen wir eigentlich heute abend ?" Worauf ich nach einem kleinen "Wortfehler" antwortete: "Dasselbe, was ich ... ähhh wir jeden Abend machen. (ein bißchen Nostalgie gemischt mit ein paar Gramm bald wieder verflogener Gleichgültigkeit konnte ich in meinen eigenen Worten hören) Wir werden natürlich die Weltherrschaft an uns reißen!" Danach nahm ich, den Herbst herbeisehnend, ein eiskalte Dusche.

Bis bald, Brain.

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