7. Spieltag: USC Magdeburg - SG 1871 Löberitz II 3,5:4,5

Seitlich vom Dom

Griechisch Müdigkeit (Christian). Überbelastung (Franz). Gleichgewichtigstörung (Reyk). Glückseeligkeit (Frido)..... Schneegestöber .... Anreiseschwierigkeiten ..... Grieche .... Ouzo ...., perfekte samstägliche Voraussetzungen also, um am sonntäglichen Morgen gegen den USC Magdeburg ein Pflichtspiel im Kampf gegen den Abstieg zu absolvieren.
Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten - irgendwo seitlich des Doms - im windgepeitschten Magdeburg fanden wir schließlich Reyks Auto, welches uns dann schnell zum Austragungsort des Spiels chauffierte.

Chevalier brachte einen Sizialianer auf das Brett. Aufgrund allerlei Probleme im Zentrum schaffte er es leider nicht seinen König in angemessener Frühe in Sicherheit zu bringen, sodass sich im Zuge dessen seine Figuren irgendwie verknoteten. Eine Kreuzfesselung beendete schließlich das Leiden und der erste Punkt des Tages ging an den USC.

Ich (Frido) spielte gegen Thomas Bundrock, welcher einen Sf6-Skandinavier wählte und sich erst einmal passiv zu verteidigen versuchte. Mein Königsangriff eskalierte aber zu schnell, sodass nicht genug schwarze Figuren helfend eingreifen konnten. So erzielte ich den Ausgleich zum 1-1.

Hinterachse mit Johanna und Chevalier Johanna war die dritte im Bunde der entschiedenen Partien. Hier wurden zu Beginn der Partie so einige Figuren wie im Tauschrausch.... äh... getauscht. In einem relativ unspektakulären Endspiel mit Türmen und Springern ließ sich Johannas Gegner in eine Fesslung treiben, welche einen Figurenverlust zur Folge hatte. Winning by pinning! 2 1 für uns also.

Nicht viel später musste Christian aber das Handtuch werfen. Nach einem pirc'lichen Anfang fand Christian einfach nicht in die Partie. Christians Gegner Alexej nahm einen Isolani für Figurenaktivität in Kauf und konnt mithilfe dieser gewinnbrigende taktische Maßnahmen gegen Christians sichergeglaubten König einleiten.

Mit der Beendigung von Christians Partie überschlugen sich die Ereignisse: Sowohl Patricia als auch Joey waren in höchster Zeitnot in unklaren Stellungen. Schließlich fiel ein Blättchen allerdings das Joeys Gegners in immer noch unklarer, vermutlich guter Stellung für Joey. Hier wurde mit Englisch eröffnet und die Stellung bot schnell für beide Spieler gute Chancen. Mit einigem Gekurbel machte Joey Fortschritte am Damenflügel, während Schwarz ständig auf Konterchancen am Königsflügel wartete. Als dann die konkreten Fragen in der Zeitnot gestellt wurden, behielt Joey wohl die besseren Nerven. 3 2.

Zeitnotschlachten bei Pati & Joey Patricia igelte sich im wahrsten Sinne des Wortes ein die Stellung blieb lange komplex. In einem Versuch, schließlich den Damenflügel mittels b5 zu öffnen, erlangte Patricias Gegner einen starken Freibauern auf der b-Linie. Irgendwann gingen Patricia die guten Züge aus, während der Gegner ständig Fortschritte zu machen schien. Der B-Bauer wurde schließlich von der Bedrohung zur echten Gefahr und gewann dem Weißen schließlich das Spiel. 3 3. Es blieb spannend.

"Münzi großes Kino!", (Reyk) Er schaffte es im Spanier seinen c6 Spriger gegen den starken weißfeldrigen Läufer abzutauschen und kam dementsprechend sehr gut aus der Eröffnung. Um das Zentrum kämpfend peitschte er weiter seinen d- Bauern Feld um Feld nach vorne, bis er schließlich in einem famosen Opfer auf d4 sein Ende fand und die gegnerische Bauernstruktur als Trümerhaufen zurückließ. Völlig wie im Rausch ob seines ersten Bauernopfers machte Münzi dann einen Zug für die Fans. C5 der Bauer war auf diesem Feld von sechs! gegnerischen Figuren angegriffen, sollte dafür aber ein gegnerisches Dc6 verhindern und Münzi freies Geleit auf den Königsflügel sichern.
Doch statt zu helfen verschlechterte dieser Bauernzug die Lage drastisch, der Gegner konnte sich etwas konsolidieren. Mit 2 Bauern und einer Stellung weniger fischte Münzi solange im Trüben, bis schließlich eine Aufgabe ernsthaft in Betracht gezogen wurde. Aber der Löberitzer Kampfgeist kennt keine Grenzen und so verteidigte sich Münzi weiter zäh, bis die Partie schlussendlich doch noch Remis endete. Das einzig Zählbare für die schwarzen Steine an diesem Tag!

Vorderachse mit Frido und Christian Reyk spielte die längste Partie des Tages bei dem Stand von 3,5 3,5 eine echte Zerreißprobe für die Nerven. Eröffnung war wohl Karjakin - Svidler, Weltcup 2015: 1.d4 d5 2.c4 c5 (Stockfish kennt es als Austrian defence und es ist auch eine Spezialität von Mamedyarov).
Reyk entschied sich schnell für Safety First und ging einfach mit dem Läuferpaar in das Endspiel. Nach einigem Lavieren wurde der Gegner an einem Punkt unaufmerksam und ein taktisches Motiv, welches ständig in der Luft gelegen hatte, klappte auf einmal, sodass Reyk einen Bauern gewinnen konnte. Der Rest der Partie war wohl Technik, wobei gerade bei dem Punktestand Reyk penibel darauf achtete, nichts mehr anbrennen zu lassen.

Der Mannschaftssieg war perfekt und es wurde noch gemeinschaftlich beim Italiener gegessen. In der Tabelle haben wir nun 8 Mannschaftspunkte und können den beiden Finalrunden entspannt entgegensehen, ohne größere Abstiegssorgen zu haben.

Frido in Kooperation mit Franz, Christian, Pati und Reyk!

  USC Magdeburg SG 1871 Löberitz II 3,5:4,5
1 Bundrock, Thomas Mertens, Fridolin 0-1
2 Anders, Alexey Böhm, Christian 1-0
3 Reichert, Thomas Schäfer, Reyk 0-1
4 Timoschenko, Enrico Lehmann, Patricia 1-0
5 Schröter, Lucas Deutsch, Joey 0-1
6 Lyashkevych, Igor Münzberg, Stephan ½
7 Nguyen Manh, Hoang Bethge, Johanna 0-1
8 Oelkers, René Richter, Thomas 1-0

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