7. Spieltag: SG Chemie Wolfen - SG 1871 Löberitz III 3,5:4,5

Starke Löberitzer Mittelachse

In der siebten Runde der Bezirksoberliga erwarteten uns die Schachspieler von Chemie Wolfen traditionell im Spiellokal am Jahn-Sportplatz.
Einer fehlte in der Stammaufstellung. Das war kein Geringerer als der Mannschaftsführer Klaus-Dieter Fenske. Durch die aufwendige und aufopferungsvolle Tätigkeit als Mannschaftsführer in der letzten Zeit stark in Anspruch genommen, musste er einen kleinen Familienurlaub nehmen. Vorher hatte er allerdings all das geregelt, was es zu regeln gab. Dazu gehört die Mannschaftsaufstellung ebenso wie die Benennung eines Mannschaftsleiters. So kam ich für diese Runde zu der ehrenvollen Aufgabe eines Kapitäns. In solch einer Funktion will man ja nun nicht gerade negativ auffallen. Vier Leute, also die halbe Mannschaft war am zurückliegenden Abend bzw. in der zurückliegenden Nacht zu Gast bei der Tauffeier von Romy, der Tochter unserer Mannschaftskameradin Josephine Reiß. Also hieß die Zielstellung: Punkteteilung. Immerhin rangierten die Wolfener in der Tabelle vor uns.

Wolfens Mannschaftskapitän Hans-Jürgen Krause war gesundheitlich angeschlagen und wollte sich auf kein langes Geplänkel einlassen. Er und Nicklas Rößler einigten sich schnell auf Remis. Uwe Bombien folgte und trennte sich von "Ersatzmannschaftsleiter" Michael Leupolt mit dem gleichen Ergebnis. Unsere Spitzenkraft Thomas Hähndel und ich folgten gegen Dr. Holger Welsch und Roland Wust umgehend. Das sah ganz gut aus, doch außer Uwe führten unsere Punkteteiler die weißen Steine. Also waren die Ergebnisse mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Doch am 5. Brett überspielte Heiko Thomaschewski, der sich zur Zeit auf einen größeren Gedenktag vorbereitet, mit den weißen Steinen seinen Gegner Martin Schmalfuß (bekannt durch die berühmt-berüchtigte Schmalfuß–Fischer-Partie vom 16. Oktober 2016). Nach Heikos Figurenopfer und zwei durch dieses Manöver entstehenden Freibauern auf der e- und f-Linie hatte der Gegner wenig entgegenzusetzen. Wir führten erst einmal!

Die drei noch laufenden Partien sollten noch länger gehen. Das war für Heiko und mich eine gute Gelegenheit, um in der Nähe einen Kaffee zu trinken. Trotz eisiger Kälte schlenderten wir durch herrlichen Sonnenschein. Die Strahlen trafen natürlich Heiko mehr als mich.
Als wir wieder im Spiellokal eintrafen, erwartete uns eine große Überraschung. Kevin Schiefke, der Neffe des bekannten Chevaliere, hatte mit den schwarzen Steinen aus einer etwas beklemmenden Stellung gegen den großen Kurt Schwager zum Gegenschlag angesetzt. Hilfreich bei der Abwicklung waren jetzt auch die zwei Mehrbauern, die der Altmeister durch sein bekanntes Angriffsspiel ins laufende Geschäft gesteckt hatte. Der Sieg von Kevin dürfte die bisher größte Leistung seiner Schachlaufbahn sein.

Dabei fiel mir noch etwas auf: Schon im gesetzten Alter wechselte Kurt seine bekannten Kommentarsprüche. Aus dem bisherigen "Das langt nicht!" wurde ein zahmes "Das reicht nicht!".
Rebekka willigte nach Kevins Sieg, gegen Gert Wildau die schwarzen Steine führend, sofort in eine Punkteteilung ein. Der Sieg war perfekt. In der vergangenen Saison reichte oder langte es, um bei Terminologie des Kurt Schwager zu bleiben, nur zu einem 4:4.

Nun war am 2. Brett noch eine Partie offen. Christian Daus musste gegen einen Star spielen. Ja, Stare gibt es noch! Auch in Wolfen. Der kam ca. 20 Minuten nach Spielbeginn und hinter vorgehaltener Hand wurde berichtet: Das macht der immer so. Nicht jede Allüre ist nachahmenswert.
Lange hielt Christian mit Schwarz gegen Simon Lehmann gut mit und hätte das Doppelturmendspiel mit einem Minusbauern auch forciert remisieren können. Leider klappte es dann am Ende doch nicht. Kein Grund zur Trauer. Im nächsten Spiel am 18. März kommt der SV 51 Zerbst/Roßlau nach Löberitz und da kann er einen neuen Versuch starten.

Nach etwas über vier Stunden war alles vorbei. Der Sieg verhalf uns auf den 5. Platz. Zusammenfassend: Die tollen Leistungen der beiden Mittelachsenstrategen Schiefke & Thomaschewski sowie der kampfbetontere Einsatz unserer Schwarzspieler machten das Endergebnis zu einem verdienten Sieg.
Damit bin ich meiner Pflicht als "Ersatzkapitän" nachgekommen und übergebe wieder an KDF.

Konrad

  SG Chemie Wolfen SG 1871 Löberitz III 3,5:4,5
1 Welsch, Holger Hähndel, Thomas ½
2 Lehmann, Simon Daus, Christian 1-0
3 Wust, Roland Reiß, Konrad ½
4 Schwager, Kurt Schiefke, Kevin 0-1
5 Schmalfuß, Martin Thomaschewski, Heiko 0-1
6 Wildau, Gerd Schuster,Rebekka ½
7 Krause, Hans-Jürgen Rößler, Nicklas ½
8 Leupolt, Michael Bombien, Uwe ½

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