8. Spieltag: Germania Köthen VI - SG 1871 Löberitz IV 2:2

Flügelzange sicherte wichtigen Auswärtspunkt

Stefan kennt die Schleichwege Heftiges Schneetreiben, stetiger Sturm, Glätte, eisige Kälte und meterhohe Schneewehen hielten die IV. Löberitzer Mannschaft nicht davon ab, am Samstag, dem 17. März 2018 frühmorgens zum fälligen Auswärtsspiel nach Köthen aufzubrechen. Anreisend aus Raguhn, Petersroda, Leipzig und Löberitz trafen sich die Spieler in der Zörbiger Oskar-Fleischer-Straße, um mit Spitzenbrett Jürgen Kunze die Reise ins Ungewisse zu wagen. Hinzu kam ein weiteres Problem: Der erste Streckenabschnitt, die Straße von Zörbig nach Gölzau, war in Höhe Radegast wegen einiger liegengebliebener Lastkraftwagen schon seit den späten Abendstunden komplett gesperrt. Den Durchsagen des Straßenverkehrsfunks vertrauend, sollte 9.00 Uhr alles wieder frei sein. Dennoch war die noch unserseitig bestehende Sperrung in Richtung Radegast nicht aufgehoben. Sie wurde dennoch von uns gewählt. Stefans Idee war es, ab Radegast über Cösitz und Priesdorf die Sperrung zu umfahren. Vor Radegast, der kleinsten Stadt Sachsen-Anhalts, kamen uns allerdings so viele Autos entgegen, dass wir auf eine freie Weiterfahrt vertrauten. Und Jürgens Mut und Zuversicht wurde belohnt. Die Straße war wieder frei und konnte im schnellen Schritttempo befahren werden. Selbst diese Geschwindigkeit wurde an einigen Stellen zum Problem. Doch alles ging gut!

Clara im Keller Der Gegner wurde Dank der sich immer mehr durchsetzenden Handytechnik über unsere Verspätung informiert.
Austragungsort war das Spiellokal 3 des CFC Germania Köthen 03, die Pension "Der Keller". Das Establishment befindet sich in nächster Nähe der Hochschule in der Langestraße 51 in 06366 Köthen. Der Betreiber, das Köthener Urgestein Herwig Karius, ist gleichzeitig Mannschaftsleiter der VI. Köthener Mannschaft.
Tief in der Erde liegend und mit meterdicken Bruchsteinmauern umgeben, dürfte der ehemalige Luftschutzkeller zu den sicherersten Spielstätten von Sachsen-Anhalt gehören.

Otto Mit Kaffee und dann als Steigerung auch noch mit einem heißen Grog beobachtete ich in Ruhe die spannenden Spiele.
Lange standen die vier Partien auf Ausgleich, bis Otto Hähndel am 2. Brett geistig mit irgendwelchen Kombinationen und Abwicklungen beschäftigt und keineswegs erheblich schlechter stehend, ein einzügiges Matt übersah. Das "Otto-Matt", wurde mit einem "O je" kommentiert.

Doch es dauerte nicht lange, da konnte am Brett 4 Stefan Grube seine interessante Partie erfolgreich beenden. Er hatte den gegnerischen König mitten auf das Brett gelockt und war im Begriff den Monarchen matt zu setzen. Der Gegner opferte zwar noch einiges Material, doch die Mattklammer war nicht mehr aufzuheben.
Auch Clara Schuster hielt lange mit, doch irgendwann war ein Bauer weg, dann war es eine Qualität und zum Schluss fehlte sogar ein Offizier. Da war es Zeit, dem Gegner Glückwünsche zu entbieten.

Spitzenbrett Jürgen Jetzt kam die große Zeit von Jürgen Kunze am Spitzenbrett. Nach einer schönen Angriffspartie behielt er die notwendige Ruhe und zwang seinen Gegner zur Aufgabe. Nach zwei Niederlagen und einem Glückssieg gegen Anhalt macht sich die neuerworbene Spielpraxis langsam bezahlt. Mit den 3 von 5 möglichen Punkten sieht seine Bilanz schon freundlicher aus. Auch Otto hält hier mit 4 aus 7 noch gut mit.
Herausragend ist natürlich Stefan mit 6,0 Punkten aus 7 Spielen. Da wird er wohl im nächsten Jahr nicht um den Einsatz an einem höheren Brett herumkommen.

Sonderzug für Holly? Nach dem wichtigen Mannschaftsremis (LSN 1938) konnte die Mannschaft den 5. Tabellenplatz festigen. Zwar muss das Team noch zum Tabellendritten VfL Gräfenhainichen IV, doch mehr als einen Platz weiter runter dürfte es nicht gehen.
Die Rücktour verlief etwas ruhiger, doch die allgemeine Wetterlage hatte weiterhin Bestand. Das merkten am Nachmittag auch unsere beiden Kölner Holger Pröhl und Michael Klyszcz. Holly holte ich noch am späten Nachmittag vom Stumsdorfer Bahnhof ab. Eigentlich fuhren auf der Strecke Halle-Magdeburg keine Züge mehr. Ob dieser eine, der in keinem Fahrplan stand, extra wegen Holly eingesetzt wurde oder als "Lumpensammler" auf die Strecke geschickt wurde, ist ungewiss.
Ich gehe einmal davon aus, dass die Reiseerlebnisse der beiden Kölner in gesonderten Berichten ausführlich gewürdigt werden.

Konrad

  Germania Köthen VI SG 1871 Löberitz IV 2:2
1 Urban, Tom Kunze, Jürgen 0-1
2 Just, Moritz Hähndel, Otto 1-0
3 Tawilah, Ramez Schuster, Clara 1-0
4 Lehmann, Tim Grube, Stefan 0-1

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