2. Frauenbundesliga: Auftakt-Doppelrunde in Zörbig

Löberitzer Frauen gewinnen Zweitbundesligaauftakt auf neuen Brettern

Mannschaftsführerin Rebekka Schuster schickt starkes Team ins Rennen

ML Bekka schickt starkes Team ins Rennen Das ehemalige herzogliche Residenzschloss in Zörbig war die Kulisse für den Auftakt in der Ost-Staffel der 2. Frauenbundesliga 2018/19. Vier Mannschaften fanden sich am 27. und 28. Oktober 2018 dort ein, um ihre ersten beiden Spiele zu absolvieren.
Pünktlich 14.00 gab FIDE-Schiedsrichter Daniel Wanzek die Bretter für die Begegnungen SG 1871 Löberitz gegen Aufsteiger SV Niederwiesa und Turnierfavorit SV Allianz Leipzig gegen den Vorjahresdritten USV TU Dresden frei.
Als Gast dieses Ereignisses konnte der Gründungspräsident der Dr. Emanuel Lasker Gesellschaft, Löberitzer Ehrenmitglied und Medienwissenschaftler Paul Werner Wagner aus Berlin begrüßt werden.

Neues Gesicht WGM Olga Babiy Die Löberitzer Frauen hatten sich viel vorgenommen, immerhin schickte Mannschaftsführerin Rebekka Schuster eine starke Truppe ins Rennen. Unter ihnen befand sich mit der ukrainischen Großmeisterin Olga Babiy ein neues Gesicht. Sie entstammt einer Schachfamilie. Mann, Eltern und Geschwister spielen Schach. Ihr Vater, ein Internationaler Meister, war unter anderen der erste Trainer von Vassily Ivanchuk.
Doch die Mehrheit der Spielerinnen gehört schon lange zum Stamm. Allen voran die lettische Finanzministerin und Großmeisterin Dana Reizniece-Ozola. Sie spielt nun schon die 17. (!) Saison für die die Provinztruppe aus Löberitz und ist damit einer der dienstältesten Spieler des Traditionsvereins überhaupt.

Unterhaus mit guter Punktausbeute zur Doppelrunde Mit im Aufgebot war auch die Überfliegerin des Vorjahres und inzwischen zur FIDE-Meisterin aufgestiegene lettische Nationalspielerin Elina Otikova. Das Team vervollständigten die nach bestandener Berufsausbildung gelöst aufspielende Nadine Naumann, die aus Berlin in ihre Heimat Magdeburg zurückgekehrte Christine Giebel und Mannschaftsführerin Rebekka Schuster.
Das bedeutete von den Aufstellung her in den beiden bevorstehenden Spielen: Mit Kanonen auf Spatzen schießen. Ganz so einfach wurde es dann gegen den Aufsteiger SV Niederwiesa nicht. Die Erzgebirglerinnen leisteten tollen Widerstand und erwischten FM Elina Otikowa am Brett 3 auf dem falschen Fuß.

Willkommen, Olga! Die beiden Spitzenbretter erfüllten ihre Erwartungen, Nadine und Rebekka spielten Remis und so war es der frischgebackenen, aber jung gebliebenen Oma Christine Giebel vorbehalten den wichtigen Matchpunkt beizusteuern. Vielleicht hatte am Ende das gute Ergebnis seine Ursache an den neuen Brettern, die sich der Traditionsverein für die Doppelrunden der Frauenbundesliga, aber auch für die Männer-Oberliga kürzlich angeschafft hat.

Schlossmauern halten Ansturm stand Die Konstellation im Parallelkampf war ähnlich. Obwohl die Leipziger Allianz-Frauen auf ihre ausländischen Mitspielerinnen verzichteten, gelang der von Dr. Anita Just geführten Truppe gegen Dresden fast die Höchststrafe. Zudem traten die Dresdener nur mit fünf Spielerinnen an und ließen das Spitzenbrett unbesetzt.
Nach dem Auftaktsieg feierte der Großteil der Löberitzerinnen nicht unbedingt den Sieg, sondern mehr das durch die Sommerpause bedingte Wiedersehen. Als Ehrengast konnte auch noch Daniel Wanzek begrüßt werden. Dank an Katharina Reiß und die anderen freundlichen Helfer für ihre Mühen.

Sommerzeit wurde beendet, die Spielfreudigkeit der Löberitzer Frauen nicht

Dana und Paul-Werner Wagner Am zweiten Wettkampftag war der Vorjahrsdritte USV TU Dresden Gegner der Löberitzer Mannschaft. Noch hatte ich das letzte Spiel aus der vergangen Saison mit der ominösen 2,5:2,5 Niederlage im Gedächtnis. Der Mannschaftskampf sollte, nein musste in diesem Jahr einen anderen Verlauf nehmen. Obwohl die Dresdenerinnen gegenüber den Vortag nun mit einer kompletten Mannschaft antraten, hatten sie in der ehemals sächsischen Sekundogenitur Zörbig kaum eine Chance. Vielleicht auch, weil die alte Trainerweisheit "Never change a winning team" beherzigt wurde.

Für die gegenüber dem Vortag spielende Kar Yan Wong am Dresdener Spitzenbrett wurde die 90 Minuten dauernde Partie gegen Dana Reizniece-Ozola und die darauffolgende Analyse zur Lehrstunde. Die junge sympathische Dresdnerin nahm es mit Humor.
Einzig die Partie von Chanda von Keyserlingk gegen WGM Olga Barbiy ging überraschend über vier volle Stunden!

Elina Otikova schaffte die Wiedergutmachung zum Vortag, Nadine Naumann trieb ihre Gegnerin in ein Mattnetz und Rebekka Schuster gewann recht sicher. Da war es unbedeutend, das Christine Giebel "nur" einen halben Punkt zum verdienten 5,5:0,5-Sieg beisteuerte. Für die Löberitzer Frauen bedeutete das der höchste Sieg in ihrer Geschichte. Wenn auch nur vorübergehend, wenigstens einmal Tabellenführer!
Im Parallelspiel gewannen die Leipziger unspektakulär 4:2. Den Sieg machte die für Leipzig spielende Berlinerin WFM Brigitte von Hermann in Maximalbedenkzeit perfekt.

Team Löberitz mit GM Alexander Naumann vor Runde 2 Gedankt sei schlussendlich der Mannschaftsführerin Rebekka Schuster für ihre umsichtige Organisation, nochmals der "Herbergsmutter" Katharina Reiß, den Leuten der Fahrbereitschaft, allen voran Andreas Daus, Michael Säuberlich für seine Aufbauhilfe, Daniel Wanzek für seine Spende zugunsten des Vereins, Norman Schütze für die Partieneingabe und der Stadt Zörbig für ihre kostenfreie Bereitstellung des Zörbiger Schlosses.

Konrad

  SG 1871 Löberitz SV Niederwiesa 4:2
1 WGM Reizniece-Ozola, Dana Arnhold, Kerstin 1-0
2 WGM Babiy, Olga Nobis, Martina 1-0
3 Otikova, Elina Orlova, Luibov 0-1
4 Naumann, Nadine Kindt, Ulrike ½
5 Giebel, Christine Schiffer, Sabine 1-0
6 Schuster, Rebekka Nobis, Anna ½
  USV TU Dresden SG 1871 Löberitz 0,5:5,5
1 Wong, Kar Yan WGM Reizniece-Ozola, Dana 0-1
2 von Keyserlingk, Chanda WGM Babiy, Olga 0-1
3 Klemke, Kassandra Otikova, Elina 0-1
4 Hartmann, Anne Naumann, Nadine 0-1
5 Gottschall, Ina Giebel, Christine ½
6 Pfefferkorn, Katja Schuster, Rebekka 0-1

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