Adventsfrieden im Spitzenspiel

Löberitzer Frauen teilten sich mit Allianz Leipzig die Punkte Lachender Dritter ist dadurch der SC Zeulenroda

Die Mannschaft vor dem Spitzenspiel: Bekka, Olga, Nadine, Christine, Trixi, Elina Es war für mich schon ein verrücktes und vollgepacktes Wochenende. Freitags Training. Das Auto war verplant und so sollte das gute alte Fahrrad in Gang gesetzt werden. Eigentlich sind die 5 km von Zörbig nach Löberitz kein Problem. Doch es regnete.
Also musste der Bus genutzt werden. Der letzte fuhr nachmittags 16.15 Uhr! Danach ist Pumpe. Keiner muss sich da wundern, wenn sich die Leute in der "Provinz" vernachlässigt und ausgegrenzt fühlen. Eine Ursache von der sich immer stärker zeigenden Politikverdrossenheit.

Am Samstagvormittag hatte ich im Schachmuseum eine angekündigte Besuchergruppe aus Holzweißig und Dessau zu Gast. Alles Schachspieler und deren Frauen. Die Damen zeigten aber das gleiche Interesse wie ihre Männer. Ein Verständnis, das sich schon über Jahrzehnte in den Beziehungen entwickelt hat.

Am späten Abend ging es dann mit dem Chevalier nach Berlin. Ihm gilt unser aller Dank. Ziel war der Flughafen Schönefeld. Vorbei ging es auch an dem neuen, doch noch immer nicht eröffneten und nicht genutzten Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg.

Wir sind extra zeitig losgefahren, schon um am Ziel in Ruhe ein Abendessen zu genießen. Wann kommt man den schon einmal in die Hauptstadt. Die Anzeigetafeln im Flughafengebäude zeigten Schließungen von Weihnachtsmärkten im Stadtgebiet an. Grund war starker Sturm. Gegen den Westwind hatte auch das Flugzeug aus Kiew zu kämpfen und kam fast eine Stunde später. Jedenfalls, und das war und ist die gute Nachricht, Olga Babiy war an Bord. Kurz vor Mitternacht waren wir wieder zu Hause.

Am Sonntagmorgen brachte ich Olga und die Mannschafsführerin Rebekka zum Schachclub. Einige Worte mit dem Schiedsrichter Dan-Peter Poetke zur Orientierung und dann ging es zurück über Zörbig nach Stumsdorf um Christine abzuholen. Alles sicher in der Zeit. Pünktlich 10.00 Uhr gab der der Referee die Bretter und Uhren frei.
Vorher wurde allerdings noch das obligatorische Mannschaftsfoto vor dem Schachclub "geschossen". Bis jetzt hat das immer geholfen. Gegen Leipzig-Lindenau wurde es vergessen. Das Ergebnis ist bekannt.

Die Frauen müssen mich beim Foto vollkommen verwirrt haben, denn beim Hereingehen hat sich am Fotoapparat eine Einstellung verändert und so waren fast alle weiteren Fotos verschwommen und damit wertlos. Nun gut, es gibt Schlimmeres.

Zu Gast war der Bundesligaabsteiger und Liga-Primus Allianz Leipzig. Angereist ohne ihre spielstarken ausländischen Spielerinnen, konnte das Duell fast auf Augenhöhe absolviert werden.
Alles lief und ich konnte einige Museumsarbeiten erledigen. Norman Schütze, unser Partieneingeber, hatte sich neben einigen Gästen auch im Museum niedergelassen. In regelmäßigen Abständen machte er sich auf, um die Lage zu erkunden. An seiner Miene konnte man jeweils die augenblickliche Lage erkennen. Und die wechselte laufend.

Als geübter Mienenerkenner las ich einen recht schnellen und sicheren Sieg von Olga Babiy am Spitzenbrett heraus.
Elina Otikova kam schachlich auf die schiefe Bahn und rettete sich in ein Remis. Sicherer erreichte Nadine Naumann das Unentschieden.
Beatrix Weise hatte ein immenses Zeitproblem. Beim ersten Blick schien die Stellung noch zu retten zu sein, beim zweiten Blick allerdings nicht. Von den letzten beiden Brettern erfuhr ich wenig, hörte allerdings von der sich stetig verbessernden Lage am 6. Brett. Dieses bestätigte sich dann auch und so konnte die Mannschaftsführerin Rebekka Schuster einen wichtigen Punkt zum verdienten Unentschieden beitragen.
Doch lachender Dritter ist die Mannschaft aus Zeulenroda, die auch ihr 5. Spiel gewinnen konnte und damit unangefochten die Spitzenposition einnimmt.

Unsere Spitzenbretter vs. Allianz Doch etwas Außergewöhnliches gab es noch. Ich lernte jemanden kennen, der sich aufmacht die Einsteinsche Relativitätstheorie anzufechten, ja zu widerlegen. Leider habe ich zu wenig Ahnung von dieser speziellen Materie. Nur so viel: "Durch die Krümmung des Raums verändert sich die Zeit. Es entstehen je nach Krümmung unterschiedliche Zeiten." Das ist nach neuen Erkenntnissen nicht so und anfechtbar. Ein mutiges und ambitioniertes Unterfangen.
Ob aus der Widerlegung nun etwas wird oder auch nicht, wird die Zukunft zeigen. Auf alle Fälle ich bin dabei gewesen. Von dieser Problematik bin ich noch jetzt stark beeindruckt!

Doch auch kleine Probleme müssen gelöst werden. Ein solches lauert bei der Heimreise von Olga in Form eines angekündigten Bahnstreiks am nächsten Morgen. Da war wieder die Mannschaftsführerin Rebekka gefragt. Mit einem Plan B, oder war es der Plan C, wurde noch am Sonntagabend ein Quartier in Berlin ausfindig gemacht um für Olga am Montag einen pünktlichen Abflug zu garantieren. Alles wurde geschafft und inzwischen sollte sie als amtierende Vizemeisterin bei der Ukrainischen Meisterschaft um den Titel kämpfen. Zur Erinnerung: Auch Anita Gara wurde in der Zeit ihrer Löberitzer Vereinszugehörigkeit Ungarischen Frauenmeisterin! Wünschen wir auch Olga viel Glück.

Dank auch der ZUEGG Deutschland GmbH für die süßen Nikolausüberraschungen aller Spielerinnen.
Ansonsten war alles ruhig. Am kommenden Wochenende haben wir das Adventsblitzturnier an einer Zugstrecke und die Männer spielen in Bitterfeld, Löberitz und Magdeburg. Bleibt nur zu hoffen, dass hier die Bahnoberen nicht wieder ihre Muskeln spielen lassen.

Konrad

  SG 1871 Löberitz SV Allianz Leipzig 3:3
1 WGM Babiy, Olga WFM Schulz, Petra 1-0
2 WFM Otikova, Elina WFM Dämering, Katrin ½
3 Naumann, Nadine WFM Germann, Heike ½
4 Weise, Beatrix Kalies, Grit 0-1
5 Giebel, Christine WFM Von Herman, Brigitte 0-1
6 Schuster, Rebekka WFM Just, Anita 1-0

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