Löberitzer Frauen beim Zweitbundesligaauftakt im Spieljahr 2019/20 erfolgreich

Im Fernduell gegen Rotation Pankow wurde aber schon einen Punkt eingebüßt

Die Samstagrunde

Neue Doppelspitze mit Ilze und Elina Am Samstag, dem 14. September konnte erstmals eine Doppelrunde der Frauen in Löberitz ausgetragen werden. Möglich machte es das für solch einen Anlass bestens geeignete Spiellokal in der Domäne Löberitz.
Wenn auch das Gut, eine ehemalige Exklave des Herzogs von Anhalt-Dessau, nicht mehr den einstigen Glanz ausstrahlt, so befindet sich das neu renovierte Gebäude als Spielort doch im besten Zustand.

Unter den Augen des Schiedsrichters Dan-Peter Poetke empfingen die ersatzgeschwächten Löberitzer die beiden Leipziger Mannschaften SG Leipzig und SC Leipzig Lindenau sowie den Aufsteiger SV Merseburg.
Gerechtigkeitshalber muss aber erwähnt werden, dass auch die beiden sächsischen Teams Aufstellungsprobleme hatten. Hier war der Grund, dass gerade an diesem Wochenende die Liga spielte. Also irgendwie glich sich das alles wieder aus. Nach dem obligatorischen Mannschaftsfoto ging es dann unverzüglich los.

Franzi zu Besuch Löberitz musste in der Eröffnungsrunde gegen die SG Leipzig antreten. In der letzten Zeit konnte diese Aufgabe eigentlich immer, wenn auch nur knapp gelöst werden. In diesem Jahr war das etwas anders. Das Team spielte generell unruhig. Selbst unser Neuzugang Ilze Berzina, immerhin amtierende Lettische Meisterin, kam über eine Punkteteilung nicht hinaus. Doch das ging auch schon anderen so. Ich erinnere nur daran, dass auch Dana Reizniece am 12.01.2003 in ihrem ersten Spiel für Löberitz in der Landesklasse mit den weißen Steinen in Aken gegen Frank Schröder Remis spielte. Inzwischen hat Dana schon über hundert Spiele absolviert und viele wichtige Punkte erzielt. Vielleich sollte man das als gutes Omen deuten.

Die positive Ausnahme im aktuellen Spiel, und damit zurück in die Jetztzeit, machte Elina Otikova gegen die routinierte Internationale Meisterin und Mannschaftsführerin Franziska Beltz. Der abgeklärten Spielanlage nach zu urteilen, scheint sie nun ihre kleine Kriese des Vorjahres in der 2. Frauen-Bundesliga und auch bei der Schacholympiade im georgischen Batumi überwunden zu haben. Ihr Punkt sicherte letztendlich der Mannschaft das Unentschieden.
Dieses stand allerdings bis zur letzten Runde auf Messers Schneide. Josephine Kötteritzsch hatte zwischenzeitlich nach ordentlichem Kampf gegen die große alte Dame Dr. Gabriele Just verloren. Es ist erstaunlich, wie sich die 1936 geborene dreimalige DDR-Meisterin und zweifache Deutsche Seniorenmeisterin sowie ehemalige Bronzemedaillengewinnerin der Schacholympiade 1966 in Oberhausen noch gegen die Schachjugend durchsetzen kann.

Große alte Dame Gabriele Just Ein weiteres, eigentlich kaum noch zu lösendes Problem musste Nadine Naumann am 3. Brett gegen WFM Birgit Petri bewältigen. Und sie knackte es! Durch Beharrlichkeit, Selbstvertrauen und das in solch einer Lage notwendige Glück. Dieses Glück entstand durch die Hilfe ihrer Gegnerin. Einer der Anwesenden, Großmeister Alexander Naumann, dürfte beim Zuschauen etwas gealtert sein. Das Gefühl wird er aber durch seine Aufgabe als Frauen-Nationaltrainer bestens kennen.

Schlussendlich teilten sich Mannschaftsführerin Rebekka Schuster und WFM Anet Gempe den Punkt und auch Viktoria Reiß steuerte ein weiteres Remis bei.
Am Ende kam Löberitz nach dem 3:3 mit einem blauen Auge davon. Mehr als der 4. Platz in der Turniertabelle war nicht möglich.
Im Parallelspiel setzte sich SC Leipzig-Lindenau knapp und nach hartem Kampf gegen den Aufsteiger SV Merseburg mit 3,5:2,5 durch.

Die Sonntagsrunde

Chevaliere in seiner Domäne Am Sonntag, den 15. September trafen sich am Morgen die vier Mannschaften wieder. Ehe ich zum Spielverlauf komme, möchte ich unbedingt Thomas Richter, gen. Chevaliere, lobend hervorheben. Ihm ist es zu verdanken, dass wir auf dieses Spiellokal zurückgreifen konnten, dass die Versorgung klappte und das der Rücktransport reibungslos ablief.

Nach dem rituellen Gruppenfoto, zu dem diese Mal Norman Schütze die Damen sortierte, ging es los. Außer dem Gastgeberteam traten alle Mannschaften in veränderter und etwas verstärkter Aufstellung an.
Löberitz spielte an diesem Tag wie ausgewechselt. Die lettische Doppelspitze Ilze und Elina spielte ruhig und gelassen ihr Pensum herunter und verbesserte nach kleinen Fehlern der Gegnerinnen stetig ihre Stellungen. Am dritten Brett lief es anfangs ähnlich, doch der zwischenzeitliche Minimalvorteil reicht für Nadine nicht für noch mehr. Warum auch.

Vick, Josi Zu dieser Zeit hatte Viktoria schon gewonnen und Josephine remisiert. Josi ging nach ihrer Vortagsniederlage kein Risiko ein und beendete das Spiel in besserer Stellung durch Dauerschach.
Etwas mehr Spannung gab es am 4. Brett. Hier trafen die Mannschaftsleiterinnen aufeinander, denn Leipzig-Lindenau brachte am Sonntag extra die schlachtengewohnte Hannelore Neumeyer mit nach Löberitz. Die bald in den Ruhestand scheidende Geschäftsführerin des Schachverbandes Sachsen wolle es noch einmal wissen und griff fulminant an. Doch irgendwo opferte sie einmal zuviel und so hatte Rebekka nach der entscheidenden Abwicklung zwei Offiziere mehr. Das 5:1 kann sich durchaus sehen lassen. Immerhin bescherte uns der Sieg den 2. Tabellenplatz.

Bekka, Nadine Im Parallelspiel gelang dem Aufsteiger SV Merseburg gegen die Schachgemeinschaft Leipzig ein 3:3-Unentschieden. Beachtlich sind in diesem Vergleich vor allem die Punkteteilungen von Susann Domaske gegen WFM Anet Gempe und Tina Kümmel gegen die Schachlegende Dr. Gabriele Just.

Danken möchte ich für den Auf- und Abbau sowie die Hilfe in der Küche allen voran Thomas Richter, gen. Chevaliere, Stefan Grube, Klaus-Dieter Fenske, Clara und Isabel Schuster sowie Franziska Beltz.
Norman Schütze gilt Dank für die Partiedokumentation. Dank auch an den Zörbiger Konfitürenhersteller Zuegg für die süßen Geschenke an alle Spielerinnen und der Bäckerei Rulff, die uns als einziges Unternehmen aus dem Dorf mit Kuchen unterstützte.

Konrad

  SG 1871 Löberitz SG Leipzig 3:3
1 Berzina, Ilze Halas, Julia ½
2 Otikova, Elina Beltz, Franziska 1-0
3 Naumann, Nadine Petri, Birgit ½
4 Schuster, Rebekka Gempe, Anet ½
5 Kötteritzsch, Josephine Just, Gabriele 0-1
6 Reiß, Viktoria Ha-Linh Nguyen, Jenny ½
  SC Leipzig-Lindenau SG 1871 Löberitz 1:5
1 Lorenz, Nicole Berzina, Ilze 0-1
2 Spangenberg, Romy Otikova, Elina 0-1
3 Spangenberg, Pia Naumann, Nadine ½
4 Neumeyer, Hannelore Schuster, Rebekka 0-1
5 Heintz, Lilly Kötteritzsch, Josephine ½
6 Niesch, Sarah Schuster, Rebekka 0-1

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