2. Halbkugelnpokal 2004 in Magdeburg

im Rahmen der Deutschen Xiangqi-Einzelmeisterschaft

Halbkugeln im Elbauenpark Zu einem Abenteuer der besonderen Art riefen am letzten Wochenende die neuen Deutschen Mannschaftsmeister im Chinesischen Schach (auch besser bekannt als Xiangqi) Aufbau Elbe Magdeburg. Gerufen wurde zum Halbkugelnpokal, einem Turnier für Anfänger wie für "Halbprofis" - das zumindest hatte uns Claus in den Wochen vorher immer zu beteuern versucht, um auch ein paar Löberitzer auf die offizielle Bühne des Xiangqi zu locken. Nur Carsten und ich konnten der Versuchung NICHT widerstehen und wir stürzten uns ins Getümmel von Wagen, Pferd (nicht Springer, aber das wissen ja die meisten von euch bereits), Kanone und Elefanten.
Deutsche Mannschaftsmeister: Effi, Mc Neben der Deutschen Meisterschaft, die von den 6 erfolgreichsten und beständigsten Spielern ganz Deutschlands im Rundenturnier ausgespielt wurde, startete der Halbkugelnpokal mit immerhin 16 Teilnehmern. Auch diese kamen aus aller Herren (Bundes-) Länder. Städte/Regionen wie Nürnberg, Oberschwaben, Lingen oder Hannover sind hier zu nennen. Da die Xiangqi-Spieler in Deutschland (noch) ziemlich rar gesät sind, muss man zum Teil weite Strecken zurücklegen, um das eine oder andere Spielchen zu wagen. Hervorzuheben ist natürlich noch die Teilnahme vom Engländer Peter Wood, der durch einen famosen Endspurt von 4/4 brillierte, nachdem er in den ersten drei Runden verloren hatte. Peter ist wirklich ein lustiger Zeitgenosse, während der Partie hörte man ab und zu ein leidiges Seufzen, was den anderen Teilnehmern ein freudiges Lächeln entlockte.
Carsten, Peter Dass die Xiangqi-Gemeinde fest zusammenhält, (okay, ich habe beim gemeinsamen Grillen geschwänzt, aber nur weil ich rechtzeitig zu Bines und Weunis Einzugsparty kommen wollte - auch da wurden ja hochkarätige Gäste erwartet ;-)) wurde durch einen netten Grillabend demonstriert, der am Samstagabend die hungrigen Mägen durch lecker Essen füllte. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich auch ein paar Gäste (vornehmlich des westlichen Schachs) im Laufe des Turniers sehen ließen, so z. B. Riker, Coach (ja, er ist wieder da!) und Landesspielleiter Dan-Peter Poetke, den wir uns in seiner Funktion schon gut als Organisator für die Landesmeisterschaft Sachsen-Anhalts im Xiangqi vorstellen könnten – aber das ist alles noch Zukunftsmusik.
Nun ein paar Worte zum Turnier:

Kiebitze Uns war von vornherein klar, dass wir es sehr schwer haben würden. Ich hatte sogar Angst, zum Punktelieferanten zu werden, aber überraschenderweise dauerte es gar nicht so lange, ehe wir Zählbares erreichen konnten. In der erste Runde mussten wir beide eine Null kassieren, dabei wurde mir schlagartig bewusst, dass es auch andere Eröffnungen als "Mittelkanone" gibt. Daraufhin fiel ich auch gleich auf einen banalen Trick rein – die Partie war im Prinzip nach wenigen Zügen vorbei, aber ich quälte mich noch ein wenig. Solche Fallen muss man eben einmal gesehen haben ...
Grillabend Runde zwei brachte mit Carsten-McSchwenke die erste "Regionalpaarung" - Markus konnte meines Erachtens glücklich gewinnen, Carsten war drauf und dran, ihn zu besiegen. Ich durfte mit Peter Wood die Klingen kreuzen. Nach durchschnittlicher Eröffnung meinerseits übersah Peter den von Claus auch bei der Einführung in Löberitz oft betonten Deckungs-Elefanten und ich konnte wenig später den ersten Punkt einfahren.
Gollmar, Xin In der dritten Runde gewann ich wegen eines Wagen-Einstellers meiner Gegnerin ziemlich schnell, während Carsten ebenfalls gegen Peter gewann, da der in Zeitnot fehlgriff. Überhaupt muss ich sagen, dass die Bedenkzeit von 45 Minuten pro Spieler und Partie echt hart ist, vor allem für Anfänger. Wenn man dann noch jede Menge Zeit für das Aufschreiben benötigt, (ich tat dies auch, weil ich die Partien nachspielen wollte) kommt man wahnsinnig schnell in Zeitnot – und Blitzen kann ich nun wirklich noch nicht. Die vierte Runde brachte Carsten auf "gleiche Höhe", da er seinen zweiten Sieg einfuhr, während ich aus der Eröffnung heraus meine Kanone ins Abseits stellte.
Mc vs. Robert O. Runde 5 brachte das Vereinsduell zwischen Carsten und mir, welches ich gewinnen konnte. Konnte ich am Anfang ein Pferd erobern, entstand später eine Konstellation Doppelkanone und Wagen gegen Doppelwagen und Pferd. Ein Mattangriff Carstens schlug nicht durch und mit wenig Restzeit brachte ich die Partie dann nach Hause.
Ein Duell besonderer Art dann in Runde 6: Jewgeni und Mc gegen Carsten und mich. Jewgeni brachte die zweifellos favorisierten AEM'ler in Führung und Markus ließ seine beiden Wagen von meiner Kanone "aufgabeln", wonach ich wohl im höheren Sinne auf Gewinn stand. Mit noch 2 oder 3 Minuten auf der Uhr setzte ich dann Matt. 1:1 also ;-)
Hoffarth, Gollmar In der letzen Runde spielte ich dann gegen den mit 6/6 Führenden und Deutschen Meister von 1999 Norbert Schäfer. Ich übersah schon in der Eröffnung eine versteckte Drohung und hätte ihm im Prinzip schon nach wenigen Zügen die Hand reichen können. Ich spielte aber noch ein bisschen. Ich hoffe, ich habe ihn nicht allzusehr beleidigt, mir war es schon ein wenig peinlich. Das ist vielleicht so, als wenn unsereiner gegen eine DWZ 800 spielt, die nach den Zügen h6, g5 o. ä. alsbald eine Figur (mindestens einen Turm) einstellt. Carsten verlor die letzte Runde, was ihm insgesamt 2 Punkte und Platz 13 bescherte. Meiner-einer landete bei 4/7 und Platz 6. Ich denke, wir haben uns beide ganz gut verkauft und es hat auch wirklich Spaß gemacht!
Annika vs. Brain Gewonnen hat das Turnier mit 7/7 Norbert Schäfer (Hamburg) vor Lars Ripken 5 (Lingen) und Robert Offinger 4,5 (Magdeburg).
Deutscher Meister wurde der favorisierte Zhang Zhang, der in der letzten Runde noch Michael Nägler abfing, den 3. Platz belegte der Sieger von 2002 und 2003 Karsten Hoffarth.

Mit Xiangqi-Gruß verabschiedet sich Brain

Zhang Zhang Urkunde Halbkugelnpokal Urkunde DMM Krigi

Zum Seitenanfang