Einleitend eine Kurzpartie aus dem Verfolgerduell Piesteritz-Merseburg

Romanow, W. - Hoehm, W Dr
LL0102 Piesteritz-Merseburg I, 2002


17...Lh8?? 18.Sd5 Als Abtauschmotiv oder gelegentlicher Bauerngewinn hinlaenglich bekannt, gewinnt der Abzug hier gleich die Dame. Dr. Hoehm zeigte sich allerdings in der naechsten Runde praechtig erholt und landete im Spitzenspiel gegen Naumburg einen big point.

1-0

Durch eine "konzentrierte Leistung an den vorderen Brettern" (Aufbau-Homepage) konnten die Bernburger gegen den Spitzenreiter punkten. Der folgende Angriff war zudem auch recht direkt:

Lehmann, P. - Ruemmler, R.
LL0102 Bernburg-Naumburg, 2002


21.Txf6! gxf6
[21...Dxf6 22.Tf1 Db6 23.Txf8 Txf8 24.Sg6+ Kh7 25.Sxf8+ Kh8 26.Sg6+ Kh7 27.Sf4+ Kh8 28.Sh5]
22.Lxh6 Te7 23.Lxf8 fxe5 24.Lxe7 Dxe7 25.Dxe5+ Dxe5 26.dxe5 Tc8 27.Kf2 Le6 28.h3 Kg7 29.Ke3 Tf8 30.Tf1 Te8 31.Kd4 Tc8 32.g4 a5 33.Tf6 Lf7 34.h4 Tc1 35.h5 Th1 36.h6+ Txh6 37.Txh6 Kxh6 38.Le2

1-0

Richtig gut gefällt mir die folgende Partie:

Schunke, N. - Hartung, T.
LL0102 Wernigerode-Merseburg II, 2002


16...Sxh2!! ein Hammerzug, um mit Brain zu sprechen. Schwarz nutzt anschliessend die Gegenueberstellung Dame-Turm in der d-Linie um den wichtigen weissenVerteidigun gslaeufer zu tauschen. Selbst wenn es nur zum Remis reichen sollte, ist die Kombi lang und schoen. 17.Kxh2 g4 18.Lg2 Dh5+ 19.Kg1 Lc6 20.Dc3 die einzige Stelle, wo man Alternativen suchen kann. 20. Dc2 ist natuerlich nicht wirklich anders,aber
[20.Ld4! scheint das Remis zu erzwingen. Schwarz gibt dann auch die Qualitaet hinterher, aber Weiss behaelt seinen wichtigen Sd2, der die Partieidee verhindert. Vielleicht gibt es ja noch versteckte Moeglichkeiten... Lxg2 21.Kxg2 Dh3+ 22.Kg1 f4 23.Tac1 Txd4 24.Dxd4 fxg3 25.fxg3 Dxg3+ 26.Kh1 Dh3+ Dauerschach]
20...Lxg2 21.Kxg2 Dh3+ 22.Kg1 Txd2 23.Lc1
[23.Dxd2 f4 24.Dd7 fxg3 25.fxg3 Dxg3+ 26.Kh1 Dh3+ 27.Kg1 g3 28.Txf8+ Lxf8 29.Ld4 Dh2+ 30.Kf1 Dh1+ 31.Lg1 Dh3+ 32.Ke1 Lb4+ 33.Kd1 Df1+ 34.Kc2 Dxe2+ 35.Kb1 Df1+ 36.Kc2 Dg2+ 37.Kc1 Dxg1+ 38.Kc2 Df2+ 39.Kb1 g2 40.Dxe6+ Kh8 41.De8+ Lf8]
23...f4 24.Dc4 fxg3

0-1

Die interessantesten Momente in Runde 8 gab es m. E. beim Kampf Klostermansfeld-Wernigerode.

Steffen, T. - Bilawer, A.
LL0102 Klostermansfeld-Wernigerode, 2002


57...Sd7 58.Kg6 c3 59.Kf5 d4 60.Ke6 Sf8+ 61.Kd5 a5 62.Ke5 a4 63.Kd5 c2 64.Sxc2 Kxc2 65.Kxd4 Wie geht das aus? Zugzwang? Patt? a3 66.Ke3 Se6 67.Ke2 Kb2 68.Kd2 Sf8 69.Kd1 Sd7 70.Kd2 Kb1 71.Kd1 Kxa2 72.Kc1 oder
[72.Kc2 Sf8 73.Kc1 Kb3 74.Kb1 Se6 75.Ka1 Sd4 76.f8=D Sc2+ 77.Kb1 a2+ 78.Kc1 a1=D+ 79.Kd2 De1+ 80.Kd3 De3# (Bilawer)]
72...Sf8 73.Kc2 Se6 74.Kc1 Kb3 75.Kb1 a2+ 76.Ka1 Sd4! Matt!

0-1

Vielleicht die Kuriosität der Runde: Weiß stellt in unklarer Lage eine Figur ein, und Schwarz ... gibt auf!

Kuerten, D. - Strauss, W.
LL0102 Klostermansfeld-Wernigerode, 2002


29.Sa8+??!! Eigentlich wuerde der Zug zwei Fragezeichen verdienen, aber kein anderer duerfte sofort die Partie gewinnen. Ich denke, die wahrscheinlichste Erklaerung fuer den ploetzlichen Partieschluss ist folgende: Weiss plante
[29.Sa8+ Txa8 30.Dc4+
(30.Tad1 Txa7 31.Dxa7 Dc5+)
30...Kd8 31.Tad1+ oder auch 31.Lb6+ mit vermeintlich unabwendbarem Matt. Beide muessen hier ein Restabbild gehabt und den schwarzen Turm noch auf e8 gesehen haben, wo er in der Kombi-Ausgangsstellung stand. Sa8+ diente demnach dazu, nach dem Schach auf c4 den Zug Dc5 zu verhindern. Sofort 29.Dc4+ Dc5 30.Sa8+ waere diesbezueglich auch eine Idee, aber leider erfolgt 29...Dc5 auch mit Schach! Ke8 Schwarz hat einfach eine Figur mehr!]


1-0

Zum Abschluss noch einmal zurück zum 7. Durchgang. Das doppelte Auftreten des Endspiels K/T/L gegen K/T wurde bereits erwähnt. Um eine kürzliche Diskussion aufzugreifen: Das Endspiel ist grundsätzlich theoretisch remis, auch wenn es einige Ausnahmen gibt (z. B. Philidor oder eben Biancetti). Ansonsten, Stichel, wären die folgenden Studien sinnlos. Die "Biancetti-Batterie" besticht vor allem dadurch, dass es zu jeder Variante ein exaktes Pendant - quasi um 90 gedreht - gibt.

Biancetti, P.
Studie Italien, 1925


1.Lb2 Th6!
[1...Kg8 2.Tg3+]
[1...Kh7 2.Tc7+]
[1...Tf7 2.Th3+ Kg8 3.Th8#]
[1...Tg6 2.Tc8+ Kh7 3.Th8#]
[1...Tf8! 2.Tc7+! Kg8 3.Tg7+ Kh8 4.Ka2! Zugzwang
(4.Kb1? Tf1+ 5.Ka2 Ta1+ 6.Kb3 Ta3+)
4...Ta8+ 5.Ta7+]
2.Tg3+ Kh7 3.Tg7+ Kh8 4.Kb1! Zugzwang
[4.Ka2 Ta6+ 5.Kb1 Ta1+ 6.Kc2 Tc1+ Remis]
4...Th1+ 5.Tg1+

1-0

Aber keine Angst, Brain: Wie das folgende Stück zeigt, ist es doch remis - u. U. sogar, wenn die stärkere Seite noch einen Bauern dazu hat. Ein ähnliches Beispiel aus der Praxis bespricht der kürzlich verstorbene Edmar Mednis in RE 1/02, S. 96. Irgendwo gab es auch mal einen Artikel, der ausführlich die Verteidigungsstrategien bespricht (neben der üblichen die sog. Verteidigung auf der 2. Reihe). Habe mir leider die Quelle nicht gemerkt.

Matous, M.
Studie, Reti-Gedenkturnier, 1979


1.Sc3 d2 2.Th2
[2.Th7+ Kc6 3.Txa7 Ld5+]
2...d1=D
[2...Lf7+ 3.Sxb1 d1=D 4.Td2+]
[2...Ld5+ 3.Kc5 d1=D 4.Sxd1 Txd1 5.Th7+]
[2...Tb2 3.Ka3 Ta2+ 4.Kxb3 d1=D+ 5.Kxa2 nebst Kb2 und Ueberfuehrung des Turms nach a4, wonach die weisse Festung nicht zu stuermen ist]
3.Sxd1 Lxd1+ 4.Kc3 a5
[4...Tb3+ 5.Kc4 Kc6 6.Th1 Tb1 7.Kc3 a5 8.Kd2 Tb2+ 9.Kc1]
5.Ta2 a4 6.Ta1!! Txa1 7.Kb2

1/2-1/2