SG 1871 Löberitz - Erfurter SK 1,5:6,5

Sonne, Schweiß und wenig Punkte

Hirnzigen-Talk Zum ungewöhlichen Zeitpunkt Mitte Juni stand unser nächstes Punktspiel an. Diese Saison ist halt alles etwas anders. Aufgrund des Rückzuges der Mannschaft aus Emstal/Wolfhagen war es zumindest für uns nur eine sonntägliche Einzelrunde, die auch vom ferneren Hessen ins logistisch günstigere Erfurt verlegt wurde. Pünktlich zum Wochenende wurden die heißesten Tage des bisherigen Jahres mit deutlich über 30° prognostiziert. Was kann man sich da schöneres als eine Partie Schach vorstellen :-)

(Bier)Tischtennis! Die meisten machten sich Samstagnachmittag mit dem Zug auf den Weg nach Erfurt, wo der "Gehirn-Ziegen-Park" (Zitat Nico; Anm. der Redaktion: Gemeint ist der Hirnzigenpark) zunächst unser Treffpunkt war. Dem Trubel und den Massen des Krämerbrückenfestes wollten wir zunächst ausweichen.
Wenn man eh schon schwitzt, kann man sich auch ein wenig sportlich betätigen, so dass sich die Zeit mit Tischtennis, Boule und Frisbee vertrieben wurde. Kalte Getränke und die eine oder andere Karussell-Talk kleine Stärkung rundeten die entspannte Zeit ab. Als uns dann zu späterer Stunde auch noch Snoopy beehrte, versuchten die Abenteurer vergeblich den "Tempel des Schreckens" erfolgreich zu verlassen. Wie immer bei solchen Spielen kann man hinterher noch trefflich über manche Aussage / Entscheidung diskutieren.
Danach ging es zu Reyk und es trennten sich die Wege für den restlichen Abend. Manche zogen sich in die Pension zurück, andere gönnten sich bei Reyk noch etwas inklusive ein wenig Vorbereitung und einige zog es doch noch in den Trubel.

MD meets Erfurt und Köln Am nächsten Morgen trafen wir uns dann alle wieder bei Reyk zum gemeinsamen Frühstück. Mittlerweile wurde auch entschieden, dass Joey Schindli ersetzten "durfte", der krankheitsbedingt kurzfristig abgesagt hatte. Dadurch bleibt die Farbverteilung an den hinteren Brettern doch recht einseitig. Man gewöhnt sich an alles. Auf dem Weg zum Spiellokal spekulierten wir noch über hitzefrei aufgrund der hohen Temperaturen. Im Spielraum ließ es sich dann aber doch ganz gut aushalten.

Dom-Feuerwerk Kommen wir also zum schachlichen Teil. Da ich aufgrund meiner eigenen Partie das Ende der meisten Partien nicht gesehen habe, kann ich über den Verlauf teilweise nur spekulieren.
Wie eigentlich immer diese Saison gingen wir als Außenseiter ins Rennen. Dieses Mal wieder als klarer, da Erfurt immerhin 4 GMs aufgestellt hatte. Nichtsdestotrotz gab es keine Bestrebungen schnelle Punkteteilungen zu erreichen und so war nach über 3 Stunden noch keine Partie vorbei. Entschieden wurden die meisten Partien in der 4. Stunde.

Frisbee/Breit Gehen wir also die Bretter durch. Sebi an 1 hatte von Anfang an eine gedrückte Stellung und suchte nach Entlastung oder Gegenspiel. Beides hat er nie gefunden. Bei meinem letzten Blick auf die Stellung war das Material noch ausgeglichen, aber Schwarz hatte keine wirkliche Perspektive. Wahrscheinlich ging dann doch irgendwann was verloren.
Bei Nico ist es eigentlich nie langweilig auf dem Brett. Er verzichtete auf die Rochade und täuschte zumindest ein wenig einen Angriff vor. Die Stellung schien mir immer recht angenehm zu spielen, auch wenn kein wirklicher Vorteil sichtbar war. Am Ende gab es ein Turmendspiel mit Mehrbauern für Nico, das aber wohl nicht zu gewinnen war.

Analyse: Petr und Normi Normi hatte sich am Morgen noch ein wenig von Gusti inspirieren lassen. Die Eröffnung passte zwar, aber die Variante war dann doch eine andere. Die Eröffnung lief meines Erachtens aber trotzdem ganz gut. Irgendwann wurde es taktisch und unübersichtlicher.
Auch hier habe ich das Ende verpasst, aber beim meinem letzten Rundgang war die weiße Stellung schon deutlich angenehmer zu spielen.

Hugo bläst zum Angriff Die interessanteste Partie des Tages spielte Hugo gegen Peter Enders. Es wurde schnell sehr taktisch. Nach einem Figurenopfer beherrschten die weißen Figuren das Brett. Das Hauptproblem war aber die Zeit. Hugo hatte bereits in der Eröffnung sehr viel Zeit verbraucht, so dass ihm in der hochtaktischen Stellung nur wenige Minuten für noch reichlich Züge blieben.
Ich bin mir relativ sicher, dass irgendwo ein Gewinn möglich war. Ein GM ist aber zäh und so wurde leider auch die Partie verloren.

Frido hatte nach der Eröffnung auch eine interessante Struktur auf dem Brett. Mir gefiel die Stellung ganz gut. Beim Lavieren im Mittelspiel war dann aber Weiß etwas effektiver. Frido hat die Stellung dann doch irgendwie zusammengehalten und zumindest einen weiteren halben Punkt erbeutet.

Unser ML-Duo Christian hatte dieses Mal die Ehre noch als letzter zu spielen. Auch hier war die Stellung nach der Eröffnung eher ungewöhnlich. Leichten Vorteil dürfte er gehabt haben. Es wurde dann in ein Doppelturmendspiel abgewickelt, was lange in der Remisbreite gewesen sein dürfte. Eine nicht ganz genaue Behandlung und es wurde schwierig. Am Ende ging wohl auch noch ein Turm verloren.

Bei mir war es wie fast immer in dieser Saison. Das vierte Spiel und das vierte Mal mit Schwarz. Nach der Eröffnung eine schlechtere Stellung verwalten und dann schauen, was man noch zaubern kann. Irgendwann wurde viel getauscht und mein Gegner opferte eine Figur für zwei Bauern. Bei schon geringer werdender Zeit hatte ich das Opfer durchaus gesehen und für mich als ok eingeschätzt. Ganz sicher ist man sich aber nie. Eventuell war dann mehr möglich, aber mit immer nur ein paar Sekunden auf der Uhr entschied ich mich für die Rückgabe der Figur. Die Abwicklung endete mehr oder weniger direkt in einem remisen Bauernendspiel.
Nachdem der 40. Zug überstanden war, einigten wir uns dann auch schnell auf die Punkteteilung.

Analyse: Joey und Casi Joey konnte aus der Eröffnung nicht viel rausholen. Mir gefiel die schwarze Stellung sogar etwas besser. Trotzdem wurde es dann irgendwann interessant. Er gewann einen Bauern, aber genug Kompensation war immer vorhanden. So genau wusste er dann nach der Partie gar nicht, was passiert war. Nach einigen forcierten Zügen konnte Joey nichts mehr ziehen. Trotz des Mehrbauern gab er in der Schlussstellung mit Springer und Turm gegen Läufer und Turm auf, da die Stellung völlig hoffnungslos war.

Insgesamt hat Erfurt sicher verdient gewonnen. Wir haben aber mal wieder einiges liegen gelassen. Ein Wochenende für ein paar Erfolge verbleibt ja noch und das steht dann auch bereits in zwei Wochen an.

Holly

  SG 1871 Löberitz Erfurter Schachklub 1,5:6,5
1 Pallas, Sebastian GM Mihok, Oliver 0-1
2 Niegsch, Nicolas GM Votava, Jan ½
3 Schütze, Norman GM Haba, Petr 0-1
4 Post, Hugo GM Enders, Peter 0-1
5 Mertens, Fridolin IM Müller, Matthias ½
6 Böhm, Christian FM Weishäutel, Moritz 0-1
7 Pröhl, Holger Scheftlein, Richard ½
8 Deutsch, Joey IM Casper, Thomas 0-1

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