11. Runde SG 1871 Löberitz - FVS ASP Hoyerswerda 5:3

Hoywoy-Analyse Auf zur letzten Runde dieser Oberligasaison hieß es am Sonntag in Hoyerswerda.
Am Vorabend hatten wir beim Griechen getagt und beschlossen, die nächste Saison in der neuen Oberliga als Herausforderung anzunehmen. Unsere Rechnung ergab zwar nicht wirklich genügend Bretter, aber reichen wird es trotzdem und die mittelfristige Aussicht, mit heranwachsendem Nachwuchs im Verein, ist ein guter Grund sich für die Mannschaft ins Zeug zu legen.

Daraus ergab sich die Aufgabe, diese Saison als beste anhaltinische Mannschaft abzuschließen. Ansonsten würde es uns in die Unter-Oberliga katapultieren und dort würde unsere haarsträubende Rechnung sicherlich nicht aufgehen. Die Ausgangslage war allerdings vielversprechend: Mit 2 MP Vorsprung vor Dessau und AEM II sollte es reichen etwas Zählbares gegen Hoyerswerda mitnehmen.

Nach einem kurzen Frühstück bei der Bäckerei Dreißig unseres Vertrauens - die zu unserem Leidwesen nicht in Hausnummer 30 angesiedelt ist - zog es uns erneut in die Neustadt.
Robert an 1 remisierte früh, mit den schwarzen Steinen, und überließ uns anderen somit das Feld.

Caro-Pirc hieß es bei mir an Brett 2. Mir gefiel meine Stellung schnell, da ich den schwarzen König mit aggressivem Spiel am Königsflügel in die Bredouille brachte. Statt die Stellung dynamisch zu lassen, entschloss ich mich die schwarze Dame mit meinen Bauern nach h8 zu jagen. Optisch sehr unangenehm für Schwarz, hatte ich Schwierigkeiten den "Vorteil" zu konvertieren. Mika gelang es unbeschadet mit seinem König von g8 nach c8 zu flüchten. Als die Stellung sich daraufhin öffnete und ich mir zu fein war, in ein Turmendspiel abzuwickeln, ging die Partie bergab und schließlich verloren.

Post - Hassemeier nach 14...Le6 Post - Hassemeier nach 28...Kc8
Post - Hassemeier nach 14 ...Le6: mit Sf3 die Stellung offen zu halten wäre stärker gewesen, als 15. h6 Post - Hassemeier nach 28 ...Kc8: der Schwarze König steht auf c8 leider ziemlich sicher

An Brett 3 spielte Schütze gegen Böhm. Im Katalanen mit verzwickter Zentrumsstruktur (weiße Bauern: d4, e3, e5, f4, schwarze Bauern: d5, e6, e4) probierten beide Seiten den jeweils anderen König anzugreifen. Als daraus nichts wurde, ergab sich ein objektiv ausgeglichenes Damenendspiel. Das sahen auch die Spielenden so, also musste das Bauernendspiel herhalten, um den Sieger zu finden. Im 60. Zug leitete Weiß den entscheidenden Durchbruch ein allerdings ging die Rechnung nicht auf und Normi bot sich die Möglichkeit, die remis geglaubte Partie für sich zu entschieden. Das ließ er sich natürlich nicht nehmen und gewann somit unsere letzte Partie der Saison nach 7 Stunden Kampf.

63... Schwarz am Zug gewinnt (Kc4!) Robert vs. Normi
Böhm - Schütze: 63... Schwarz am Zug gewinnt Robert vs. Normi

Nicos Gegner Jan Kregelin Sebi stand gegen Pirc für meine Begriffe immer angenehm, allerdings ohne jemals Vorteil zu haben. So plätscherte die Partie vor sich hin und am Ende einigte man sich auf Remis in einem Turmendspiel, das nicht mehr viel hergab.
Nicos Partie war mal wieder ein taktisches Wildfeuer ... Lüge! Stattdessen zeigte unser Brett 5 mit den schwarzen Steinen, dass er den Gegner nicht nur taktisch übertölpeln, sondern auch strategisch überspielen kann. Der schwarzfeldrige Läufer von Weiß kam die ganze Partie nicht aus dem Gefängnis seiner eigenen Bauern hervor und so konnten die schwarzen Springer nach Belieben über die weiße Stellung herfallen. Bezeichnend, dass der Gegner mit nur einem Bauern weniger im Endspiel aufgab, denn diese Partie kann nur Schwarz Spaß gemacht haben. [Diagramm: Endstellung bei Nico mit einem großen Bauern auf c1]

Taktisch war dafür Fridos Partie. Im Scheweninger opferte Frido früh seinen Läufer auf b5. Dafür gewann er 3 Bauern und alle seine Figuren konnten sich im Zentrum versammeln, während der schwarze König noch nicht rochiert hatte. Der wahre Vorteil ergab sich jedoch erst, als Schwarz sich zu einem Gegenopfer auf c3 hinreißen ließ und damit den eigenen König zum Leiden verdammte. Die Engine findet danach einige schöne Gewinnvarianten, allesamt für Frido. Der wählte jedoch die sichere Abwicklung ins Schwerfigurenendspiel und der Gegner sah ein, dass gegen unseren Mannschaftsleiter nichts zu holen war.

Mertens - Wolf nach 19...Ld5: Weiß gewinnt mit 20.T6:d5! Mertens - Wolf nach 27...Tc8: Weiß gewinnt mit 28.Lf4+
Mertens - Wolf nach 19... Ld5: Weiß gewinnt Mertens - Wolf nach 27... Tc8: Weiß gewinnt

Holly spielte Polnisch, was mich direkt entzückte. Tatsächlich schaffte er es mit Schwarz schnell sich einen kleinen Vorteil herauszuspielen, da besonders seine Leichtfiguren deutlich besser positioniert waren als die Weißen. Etwas zählbares wurde daraus jedoch nicht und so kam es nach der Zeitkontrolle zur Zugwiederholung. Holly damit erneut eine sichere Bank, während die Gegnerin zum Ende der Saison den ersten halben Punkt feiern konnte.

Katalanisch hieß es in der letzten Partie des Mannschaftskampfes. Mit Gegenspiel am Damenflügel und einer schnellen Seitenverlagerung, wie man es im Fußball sagen würde, gelang es Reyk die voranmarschierten Königsflügelbauern des Gegners einzusammeln. Die entscheidende Idee, mit f3 den Turm ins Spiel zu bringen, wollte dann jedoch nicht gelingen und so verpuffte der weiße Vorteil. Am Ende ein ungefährdetes Remis, bei dem nur Reyk hätte auf Gewinn spielen können.

Antwort: 28. f3 e3 29. h6 Se8 30. De5+ Kg8 31. Lh3 Kf7 32. f4! nebst f5 und alle Weißen Figuren sind aktiviert
Schäfer - Grohmann nach 27... Kh8: Wie kann Weiß hier gewinnen?

Letztendlich stand der 5:3 Mannschaftssieg nach 3 Siegen, 5 Remisen und 1 Verlust. Der Verbleib in der Ober-Oberliga war somit besiegelt. Ein langes Mannschaftswochenende ging erfolgreich zu Ende und macht Lust auf die kommende Spielzeit.

Hugo

  SG 1871 Löberitz FVS ASP Hoyerswerda 5:3
1 FM Stein, Robert FM Spivak, Ilya ½
2 Post, Hugo Hassemeier, Mika 0-1
3 Schütze, Norman Böhm, Robert 1-0
4 Pallas, Sebastian FM Jahnel, Günther ½
5 Niegsch, Nicolas Kregelin, Jan 1-0
6 Mertens, Fridolin Wolf, Andreas 1-0
7 Pröhl, Holger Heyme, Sibylle ½
8 Schäfer, Reyk Grohmann, Alexander ½

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